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Montag, 30. Januar 2012

Der Traum vom Haus - Die Wohngarage und andere Einrichtungssünden

Als ich vor achtzehn Monaten zum ersten Mal unsere Wohnung betrat, war ich hin und weg. Breite Fensterfronten! Stylische graue Fliesen! Großzügige Loftoptik! Wie cool. Wie modern. Wie 2010.
Doch während ich mir ein gemütliches Plätzchen zum Lesen suche, fällt mir mal wieder auf, dass mein moderner Wohntraum eine Kehrseite hat. Sehen wir den Tatsachen ins Auge - Meine fuffzig Quadratmeter Wohnesszimmerflurküche strahlen die Gemütlichkeit einer Ikea-Verkaufsfläche aus. Beiges Sofa reiht sich an schwarze Chaiselongue reiht sich an schwarzen Esstisch reiht sich an beige Kommode. Sicher könnte man mit dem einen oder anderen Paravent Feng-Shui-optimierte Wohninseln kreieren, doch das ist wohl kaum im Sinne des wozu-brauchen-wir-denn-überhaupt-Wände Konzepts.

Moderne Architektur hin oder her - in meinem neuen Haus ist mir nach warmer, hinterwäldlerischer Gemütlichkeit. Nach Stoffen, Vorhängen, dunkeln Hölzern, alten Ledersesseln, intensiven Farben, prasselndem Kaminfeuerchen und – schießt mich t.ot – Spannteppich im Schlafzimmer.

Kommentare:

  1. Da ich ja selbst gerade umgezogen bin, kenne ich das Bedürfnis nach "Boah, alles soll stylisch und voll clean aussehen. Irgendwie pfiffig und wie einem herrlichen Modeblog entsprungen". Aber genauso deutliche merke ich an der tatsächlichen Umsetzung, dass man eben doch Fotos und alte Eintrittskarten an der Pinnwand haben möchte, ein profanes Sofa an klassischen Positionen stehen soll und manche Dinge, die gut aussehen, einfach nicht zweckdienlich sind. Und da ist dann ja auch noch die finanzielle Grenze...

    Ich finde unsere vier Wände extrem 08/15. Aber gerade deshalb fühlt man sich darin wohl.

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  2. Ich kann das ja so nachvollziehen. Mein Traum in der neuen (dieser) Wohnung war: Bitte endlich alles modern und stylish (im Gegensatz zur vorher bunt zusammengewürfelten Studentenbude)! Jetzt habe ich alles sehr stylish, aber irgendwas passte doch nicht ganz und spätestens zur Weihnachtszeit fiel mir dann auf: "Verdammt, die Gemütlichkeit und auch ein bisschen weihnachtlicher Kitsch beißen sich total mit dieser Einrichtung!" Seitdem fühle ich mich nicht mehr richtig wohl und bin immer mehr unzufrieden. Da hilft wohl nur ein wohntechnisches Umstyling! :)

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  3. sehr vernuenftig...stylisch ist zwar schoen anzusehen aber fuer die Seele braucht man dann doch ein bisserl "comfort" :-) Sind ja auch noch mitten im Einrichten und Renovieren hier...muss mal Bilder posten bei Gelegenheit.

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  4. Als wir vor zwei Jahren auf der Haussuche waren haben wir festgestellt, dass wir kein Quadratisch-Praktisch-Gut Haus haben wollen. Letztendlich wurde es ein Altbau am Marktplatz (Urspunsbaujahr 1779!!!)wo es glaube ich keine einzige 90° Wand gibt. Das Haus wurde immer mal wieder moderniesiert,zuletzt 1960. Jetzt nach zwei Jahren haben wir es größtenteils "zurück"renoviert, heisst PCV Böden raus, Dielen aufgeabreitet, Kamin wieder funtionstüchtig gemacht, Sandsteinwände freigelet, alte Holzkassettendecke in unserer Bibliothek *hust* restauriert, und so weiter. Es ist alt, es macht viel arbeit aber es ist gemütlich und einzigartig und es hat character. Ich mag unser Haus :-) Und die Idee mit dem Spannteppich im Schlafzimmer find ich Super!

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  5. Hihi...sehr schön beschrieben :)
    Ich kann es voll und ganz nachvollziehen. Auch wenn ich beruflich lieber die Wohngarage plane ;)
    Aber leben werde ich hoffentlich in einer gesunden Mischung :)

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  6. Das Heimelige :) Ich hab in der Wohnung ja auch eher klare Linien und das "Kalte", aber so ein gemütliches Haus mit cosy Ecken... *hmmm* Gut, bis ich mal ein Haus einrichten muss dauert noch, aber ich werde zwischen Modern und "Alt" hin- und hergerissen sein.

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  7. Unser Chef steh auf die klassische Moderne (so nennt er es), das entspricht ungefähr deiner Beschreibung der
    Wohngarage. Ich finde das sehr schön und große offene Grundrisse planen sich toll und machen Spaß. Ich glaube
    auch, dass man diese Häuser gemütlich einrichten kann.
    Wir sind da in unserem Haus grundsätzlich eher an Räume gebunden, da ist nicht so viel offen..die Einrichtung ist
    sehr sehr ikealastig und trotzdem bin ich der Meinung wir bekommen einen gewissen persönlichen Charme rein und
    es wird schon gemütlich werden :)

    Hast du etwas gestrichen?? Oder gibt es seit neuestem Nagellack bei Ikea?

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  8. Hey du wurdest von mir getaggt! schau vorbei http://1stbeautyandfashion.blogspot.com/2012/01/der-etwas-andere-tag.html

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  9. So einen Post wollte ich sowieso schon länger mal verfassen. Da muss ich mir aber mal ausführlich Gedanken zu machen..
    Vielleicht wird's ja eine kleine Reihe. :)

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  10. Hachja, der ewige Einrichtungskonflikt, wenn man sowohl alt- als auch neumodisch schön findet :-)
    Ich konnte und wollte mich da für meine erste eigene Wohnung, die ich im Dezember 2011 bezogen habe, gar nicht so richtig festlegen. Auch bei mir ist das meiste sehr ikealastig, aber ich habe mir Mühe gegeben, dass sich das Ganze die Waage hält. So steht bspw. ein Ikeasofa im Wohnzimmer, das aber einen omahaften Blümchenbezug hat. Das Pendant bilden die TV-Möbel, die sich scharzbraun und weiss abwechseln. Und was natürlich immer Charme versprüht, sind Kleinigkeiten, die zur Deko dienen. Z.B. die Seiden-Platzdeckchen, die meine Ma mit gestrickt hat und andere Schmuckstücke, die genau mich selber widerspiegeln. Das bringt viel mehr Leben in eine Wohnung als eine kalte Einrichtung ohne "Gesicht".

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  11. Ha. Geht mir genau so. Wohn/Ess/Flur/Küche auf einer Ebene, wobei es bei uns nur 45 qm sind. ;o) Aber mich störts auch. dunkles Holz neben Kirsche, neben beige. :o( Bin grad so ein bisschen am abtrennen und neu einrichten...

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  12. * hinterwäldlerische Gemütlichkeit * sind meine zwei Worte des Tages... ;O))

    LG

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  13. ich mag´s luftig und modern... aber ich brauche auch immer rückzugsorte...
    gemütlich, aber aufgeräumt finde ich am besten
    die mischung macht´s, denke ich :)

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  14. Gemütlichkeit ist für mich beim Wohnen auch von großer Wichtigkeit. Wir haben uns hier zwar bewusst für einen offenen Küchen-Ess-und-Wohnbereich entschieden, der aber durch seine Aufteilung sehr gemütlich wirkt. Ich merke schon, es wird Zeit mal Bilder sprechen zu lassen. :) Grundsätzlich bin ich schon ein Fan von großen Räumen... Voraussetzung ist, dass sie nicht steril wirken. Räume verkleinern kann ich immer wieder... aber eine gewisse Großzügigkeit schätze ich einfach beim Wohnen. Es darf halt nur nicht den Hallen-Charakter haben. :)

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