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Dienstag, 18. November 2014

Der Tag, als mein Vater starb

Am Tag, als mein Vater starb, schien die Sonne durch mein Fenster. 
Ein leuchtend blauer Herbsthimmel, voller Versprechungen. 

Am Tag, als mein Vater starb, saß ich im Café und trank heiße Schokolade. 
Schmiedete Pläne mit der besten Freundin.

Am Tag, als mein Vater starb, fuhr ich mit dem Zug. 
Und dachte mir, was für ein gewöhnlicher Tag auch!

Am Tag, als mein Vater starb, saß ich mit der Familie um den Esstisch.
Und lachte schallend.

Bis zum Moment, als der Anruf kam. 
Und ich erfuhr, dass dies der Tag war, als mein Vater starb.

P.S. - Dieser Tag liegt viele Jahre zurück. Doch die Erinnerung daran ist so lebendig, als wäre es erst gestern gewesen.

Kommentare:

  1. Der Tod bleibt ewig in Erinnerung.

    Mein Vater starb um 00:30 Uhr samstags am 14. Juni.
    Ohne Umstellung der Uhr wäre es der Freitag, 13. Juni, gewesen.
    Es war zu Hause, und ich war darauf vorbereitet. Mein Vater wurde 92 Jahre alt.

    Meine Mutter starb mit 78 Jahren im Krankenhaus nachmittags gegen 16:00 Uhr.
    Es war ein Montag, 12. November.
    Letztlich kam es überraschend.

    Unvermittelt kam der Tod meiner Schwester mit 75 Jahren am Montag, 07. November.

    Diesen Tod habe ich noch nicht verarbeitet.

    Einen guten Abend wünscht dir
    Elisabeth

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  2. ... meine worte bleiben irgendwo stecken, wenn ich das lese. ich hoffe, das dieser tag für mich noch in sehr weiter entfernung liegt... und es tut mir unendlich leid, dass du ihn schon erleben musstest.

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  3. Mein Vater starb am 20.07.2014. Ich saß noch bis 5 Uhr in der Früh an seinem Bett und bin dann kurz heim. Um 09.00 wollten meine Mutter und ich wieder zu ihm. Um fünf vor 9 Uhr hat er uns verlassen.... Mein Vater wurde nur 74 und ich vermisse ihn sehr......

    Ich mag deinen Blog sehr!

    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Am Tag als mein Vater starb hat es mich zerrissen.
    Wir hatten ein großes Thema miteinander das mir Zeit meines Lebens sehr viele Schmerzen bereitet hat.
    Am Tag als mein Vater starb war ich soweit, dass ich um Vergebung und Liebe für ihn und mich beten konnte.
    Er hat es angenommen und man sagte mir hinterher, dass er sich just zu diesem Zeitpunkt entspannte und aufhörte zu kämpfen.
    Am Tag als mein Vater starb war mir noch nicht klar, dass er weg war - nie mehr zu sprechen sein würde.
    In der Nacht bat ich ihn um sein letztes Geschenk an mich - ich bekam es einige Tage später.
    Am Tag als mein Vater starb hatte die jahrzehntelange Angst, dass er mich verlassen könnte ein Ende.
    Er verließ mich. Jetzt habe ich um andere Angst.

    Mein Vater verstarb kurz vor 22h am 02.07.14, einem Mittwoch, 650 km weit weg in einem Pflegeheim, mit 88 Jahren, 3 ½ Jahre nach meiner Mutter, er war alleine. Wir waren über Jahrzehnte hinweg sehr verbunden - der wichtigste Mann in meinem Leben. Er konnte mir nie sagen, dass er mich liebt - das tat immer sehr weh.
    Einige Tage nach seinem Tod erzählten mir drei Frauen, die ihm sehr nahe standen und sich um ihn kümmerten, dass er nur von mir sprach und mich immer wieder lobte (ich habe noch einen älteren Bruder, den er den Frauen gegenüber nie erwähnte). Eine sprach davon, wie wichtig ich ihm war. Seine Art zu sagen, dass er mich liebt - sein Geschenk um das ich gebeten hatte.

    Ich danke dir für deinen Post.
    Durch den Tod meines Vaters habe ich gemerkt wie wichtig es ist anderen zu sagen und zu zeigen, dass ich sie liebe.

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    1. Ich glaube, viele Männer früherer Generationen taten sich sehr schwer, Liebe auszudrücken. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gab. Ich glaube, man muss zwischen den Zeilen lesen; Der ausgesprochene Kommentar an Dritte, das spezielle Geschenk.

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  5. PS:
    Er hatte mir jedes Jahr zum Hochzeitstag am 14.11. und zum Geburtstag am 19.11. gratuliert.
    Es fehlte

    Ich weiss, dass es mit der Zeit anders werden wird, ich werde ihn loslassen können.

    VLG
    Christina

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  6. Am Tag, als mein Vater starb,
    hab ich vielleicht gelacht, Spaß gehabt, gespielt, mich geärgert,
    vielleicht hab ich auch geweint.
    Ich weiß es nicht mehr.

    An dem Tag, als mein Vater starb,
    lag er allein auf dem Boden seines Krankenzimmers,
    vor der Tür (so erzählte mir meine Mutter Jahre später).
    Als wolle er noch einmal raus da, raus ins Leben.

    Seit dem Tag, an dem mein Vater starb, frage ich mich,
    was er gefühlt, empfunden haben mag,
    in diesem Moment, als er starb.
    Hat er an mich gedacht?
    Ich war zehn, als er starb.

    Seit 41 Jahren frage ich mich das.
    Und bis heute keine Antwort.
    Eine Art Frieden, ja.
    Das Leben geht weiter...

    Danke für deinen Post,
    liebe Grüße
    Ulla

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  7. Deine Worte gehen mir sehr nahe - ich bin sehr froh, dass ich sie gefunden habe.
    Und nun weiß, was ich zu tun habe, ich ruf' mal fix meinen Vater an und sage ihm,
    wie sehr ich ihn mag!

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