Nazrins Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ist es ein Glück, dass wir manchmal nicht wissen, was das Schicksal mit uns vorhat?
Jetzt muss ich ausschweifen. Nazrin’s kleine Schwester Irinka war ein herzallerliebstes Geschöpf. Ein Mini-Schneewittchen mit dunklen Augen und einem Hauch von Sommersprossen auf dem Kindernäschen. Trotz Verwöhnpädagogik allürenfrei. Nach der Uni bezogen wir Irinka oft in unser Tun ein. Nahmen sie mit auf Shoppingpirsch und zum Kaffeetrinken. Leider endeten unsere fröhlichen Nachmittage, als die Familie auf’s Land zog.
Viele Jahre vergingen. Wir kamen auf den Geschmack von Anti-Falten-Crème und aus klein-Irinka wurde Irina. "Sechzehn!, Stell Dir vor, sie ist sechzehn geworden!, Du musst sie dringend sehen!", meinte Nazrin eines Tages zu mir. Es wurde klar, dass aus der kleinen Schwester eine enge Freundin geworden war. Diesen schicksalhaften Sommer genossen die beiden in vollen Zügen. So, als ob sie wüssten, dass es der letzte sein sollte.
Ein Abend zu dritt wurde arrangiert. Wir aßen Schawarma und lachten viel. Was für eine Freude! Irina, so herrlich unbeschwert und voller Lebensfreude. Wein trank Irina nicht. E.pilepsie war bei ihr neu diagnostiziert worden. Im Griff war die Krankheit nicht.
Zum Abschied umarmte ich Irina. "Schön, dass es Dich gibt. Auf bald!", versprachen wir uns. Doch ein "bald" sollte es nicht mehr geben.
Diesen Anruf werde ich nicht mehr vergessen. "Meine kleine Schwester, Irina, ist tot!" Gerade sechzehn Jahre alt, e.rtrunken in der Badewanne. Im Zusammenhang mit einem e.ptiletischen Anfall, genaue Ursache unklar. Unfassbar. Die Welt steht für einen Moment still.
Das letzte Geleit konnte ich Irina nicht geben. Denn am gleichen Tag wurde mein Großvater beerdigt.
(Dies beruht auf Tatsachen)
















































