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Sonntag, 12. Januar 2014

Grüße aus dem Jenseits oder alles nur Einbildung?!

Vater stirbt unerwartet. Plötzlich. Ein Telefonanruf aus Tokio, der mein Dasein in ein klares Vorher und Nachher unterteilt.

Eine enge Beziehung hatten wir beide nie. Dennoch gab es diese besondere Verbundenheit zwischen uns. So, als wäre ein unsichtbarer "Draht" zwischen uns gespannt. 

Vater war Rechtsanwalt, mit scharfem Verstand, der mit beiden Beinen im Leben stand. Erfolgreich, geschätzt, gradlinig. Dennoch hatte er eine verborgene Seite, die in starkem Kontrast zu seiner Persönlichkeit stand. Er war offen für Phänomene, die mit Logik nicht zu erklären sind. Übersinnliches, Esoterisches. Mit Vater konnte ich Themen ansprechen, bei denen mir Mutter bloß den Vogel zeigte. 

Sonntag, 22. Mai 2011

You only meet twice...

Meine Eltern hatten einen sehr großen Bekanntenkreis. Darunter die in Süddeutschland ansässigen Herr und Frau X. Als ich ein Teenager war, erreichte uns eine Einladung von Frau X. "Bringt doch Eure Missie mit", meinte sie zu meinem Vater. Etwas unsicher, da ich ja keinen kennen würde, nahm ich die Einladung an. Unter den Gästen befand sich unter anderem auch eine Familie W., die eine lose Geschäftsbeziehung mit den X.’s pflegte.

Frau X., eine Gastgeberin mit Leib und Seele, stellte mich den anderen Teenagern vor. Aus der Gruppe löste sich der Sohn der Familie W. Ein attraktiver Junge, der mir für sein Alter sehr stilsicher und wortgewandt schien. Er unterhielt sich mit mir, und sorgte dafür, dass ich nicht alleine in der Gegend rumstand. "Wie nett!", dachte ich mir. "Wie ungewöhnlich!". Im Laufe des Wochenendes kreuzten sich unsere Wege einige Male. Da der Junge so freundlich war, und ich dazu neigte, mein gesamtes Leben zu dokumentieren, fragte ich ihn, ob ich ein Bild von ihm machen dürfe. Das ist das Bild, was es nie auf den Film schaffte.

Unsere Wege trennten sich, wir fuhren wieder nach Hause. Adressen tauschten wir nicht aus. Wozu auch? Man kann ja schließlich nicht mit jedem sympathischen Zeitgenossen in Kontakt bleiben.

Wieder zu Hause angekommen, wollte ich noch etwas frische Luft schnappen. Es war Oktober und ein leichter Nebelschleier lag über den abgemähten Feldern. Ich hing beim Spazieren meinen Gedanken nach. Plötzlich packte mich eine Eingebung. "Der Junge von X.’s Einladung ist der Mann, den Du einmal heiraten wirst!". Der Gedanke schien mir so abstrus, dass ich erstmal laut lachen musste. Erstens hatte ich nicht vor, zu heiraten, und zudem, wie unwahrscheinlich war dieses Szenario denn? Ein weiterer Gedanke schoss mir durch den Kopf. "Es mag jetzt unwahrscheinlich scheinen, doch es wird eintreten!"

Die Zeit verging. Den Jungen der Familie W. hatte ich längst vergessen. Ich quälte mich durchs Gymnasium, verliebte mich, verliebte mich neu, zog um, machte den Schulabschluss. Nach ewigem Hin-und Her – ich wollte in Nordamerika studieren – entschied ich mich in letzter Sekunde für eine englische Universität.

Am ersten Tag ging ich morgens in die Cafeteria der Uni. Dort entdeckte ich ein kleines Grüppchen deutscher Jungs. Da sie nett aussahen, gesellte ich mich zu ihnen. Nach dem ersten Blick in die Runde musste ich genauer hinsehen. Eines der Gesichter kam mir bekannt vor. "Dich kenne von irgendwo her!", meinte ich zu dem attraktiven, sonnengebräunten Menschen. Nach kurzem Frage-und-Antwort-Spiel – geographisch kam wenig in Frage - hatten wir es raus. Es handelte sich um den Jungen, den ich damals bei Herr und Frau X.’s Einladung kennengelernt hatte. Auch er wollte ursprünglich in einer anderen Stadt studieren und hatte sich – genau so wie ich – in letzter Sekunde für England entschieden.

Tja, und wie das Leben so spielt, heiratete ich effektiv letztes Jahr diesen Jungen von damals. Eingebung? Vorsehung? Zufall? Ich weiß es nicht...